Card Sorting Basics: Effiziente Informationsarchitektur für Anfänger

von | Jun 23, 2024 | User Research, Auswahl der Redaktion, User Experience | 0 Kommentare

Wusstest du, dass Erdbeeren eigentlich keine Beeren sind, sondern Nüsse? Oder dass Tomaten botanisch gesehen Früchte sind, obwohl wir sie oft als Gemüse behandeln? Doch würdest du diese auch so einsortieren? Oder sind Erdbeeren für dich einfach nur Erdbeeren? Und dir ist es egal, was botansich gesehen korrekt wäre? Doch wie sieht das der Rest deiner User? Und genau hier kommt Card-Sorting ins Spiel!

In diesem Artikel werfen wir einen genaueren Blick auf das Card Sorting, erklären die verschiedenen Arten dieser Methode und beleuchten, warum sie ein unverzichtbares Werkzeug im UX-Design-Prozess ist. Egal, ob du gerade erst mit UX-Design beginnst oder deine bestehenden Kenntnisse vertiefen möchtest – dieser Leitfaden bietet dir einen umfassenden Einstieg in die Welt des Card Sortings.

Was ist Card Sorting?

Card Sorting ist eine bewährte Methode im User Experience (UX) Design, die dazu dient, die Struktur und Benutzerfreundlichkeit von Websites und Anwendungen zu verbessern. Dabei ordnen Nutzer verschiedene Begriffe oder Inhalte (Karten) in Kategorien ein, die für sie sinnvoll sind. Dieser Prozess hilft Designern, ein tieferes Verständnis dafür zu gewinnen, wie Nutzer Informationen gruppieren und strukturieren.

 

Grundlegendes Konzept

Beim Card Sorting erhalten die Teilnehmer eine Reihe von Karten, auf denen Begriffe oder Inhalte stehen, die sie in für sie logische Gruppen einordnen sollen. Es gibt zwei Hauptansätze:

  • Physisches Card Sorting: Die Teilnehmer erhalten physische Karten, die sie auf einem Tisch oder einer anderen Oberfläche anordnen.
    Digitales Card Sorting: Die Teilnehmer verwenden spezielle Online-Tools, um die Karten zu sortieren.

 

Zweck und Nutzen

Der Hauptzweck von Card Sorting ist es, die Informationsarchitektur einer Website oder Anwendung zu gestalten oder zu verbessern. Hier sind einige spezifische Vorteile:

  • Verbesserung der Benutzerfreundlichkeit: Indem man versteht, wie Nutzer Informationen gruppieren, kann man die Navigation und Struktur einer Website oder Anwendung so gestalten, dass sie intuitiver und benutzerfreundlicher wird.
  • Nutzerzentriertes Design: Card Sorting bringt die Perspektive der Nutzer direkt in den Designprozess ein, was zu einer Struktur führt, die deren Erwartungen und mentalen Modellen entspricht.
  • Effiziente Problemerkennung: Durch die Einbeziehung von Nutzern in den Sortierprozess können potenzielle Probleme in der Informationsarchitektur frühzeitig erkannt und behoben werden.

Arten von Card Sorting

Card Sorting ist eine Methode, bei der Nutzer Begriffe oder Inhalte in Kategorien einteilen. Es gibt zwei Hauptarten, die jeweils unterschiedliche Vorteile bieten: Offenes und geschlossenes Card Sorting.

Beim offenen Card Sorting erhalten die Teilnehmer Karten mit verschiedenen Begriffen oder Inhalten und werden gebeten, diese in Gruppen zu sortieren, die für sie sinnvoll sind. Sie erstellen dabei ihre eigenen Kategorien und benennen diese. Diese Methode bietet wertvolle Einblicke in die Denkweise der Nutzer, da sie zeigt, wie Menschen Informationen von Natur aus strukturieren. Sie ist besonders nützlich, wenn man eine völlig neue Informationsarchitektur entwickeln möchte. Da die Teilnehmer nicht durch vorgegebene Kategorien eingeschränkt sind, können sie kreativ und flexibel Gruppen bilden, was zu einer Vielzahl unterschiedlicher und manchmal überraschender Gruppierungen führt.

Beim geschlossenen Card Sorting hingegen werden den Teilnehmern die Karten zusammen mit vordefinierten Kategorien präsentiert. Ihre Aufgabe besteht darin, die Karten in diese vorgegebenen Kategorien einzuordnen. Diese Methode liefert strukturiertere und konsistentere Ergebnisse, die leichter zu analysieren sind. Geschlossenes Card Sorting eignet sich besonders gut zur Überprüfung und Feinabstimmung einer bereits entwickelten Struktur. Designer können so überprüfen, ob die vorgegebenen Kategorien für die Nutzer sinnvoll sind und gegebenenfalls Anpassungen vornehmen.

Neben diesen beiden Hauptmethoden gibt es auch das Reverse Card-Sorting oder Tree Testing, bei dem Nutzer durch eine bestehende Struktur navigieren, um deren Effektivität zu testen. Dies werden wir in einem anderen Artikel genauer beleuchten.

Durch den Einsatz dieser Methoden können UX-Designer sicherstellen, dass die Struktur ihrer Websites und Anwendungen den Erwartungen und Bedürfnissen der Nutzer entspricht. So wird die Benutzerfreundlichkeit verbessert und die Nutzung intuitiver gestaltet.

Warum ist Card Sorting wichtig?

Card Sorting spielt eine entscheidende Rolle im UX-Design-Prozess, da es hilft, die Struktur und Benutzerfreundlichkeit von Websites und Anwendungen zu optimieren. Doch warum genau ist diese Methode so wichtig?

Erstens verbessert Card Sorting die Benutzerfreundlichkeit erheblich. Indem man versteht, wie Nutzer Informationen gruppieren und strukturieren, kann man eine Navigationsstruktur entwickeln, die intuitiv und leicht verständlich ist. Dies führt dazu, dass Nutzer schneller finden, was sie suchen, und somit eine angenehmere Nutzererfahrung haben. Eine gut strukturierte Website oder Anwendung reduziert die Frustration und erhöht die Zufriedenheit der Nutzer, was letztendlich zu einer höheren Verweildauer und einer stärkeren Nutzerbindung führt.

Zweitens fördert Card Sorting ein nutzerzentriertes Design. Diese Methode bringt die Perspektive der Nutzer direkt in den Designprozess ein. Anstatt auf Annahmen zu basieren, wie die Informationsarchitektur gestaltet sein sollte, erhält man durch Card Sorting konkrete Daten und Einblicke aus der Sicht der tatsächlichen Nutzer. Dies stellt sicher, dass die Struktur der Website oder Anwendung den Erwartungen und mentalen Modellen der Nutzer entspricht, was die Effektivität und Effizienz der Nutzung erhöht.

Drittens ermöglicht Card Sorting die frühzeitige Identifikation von Problemen in der Informationsarchitektur. Durch das Einbeziehen der Nutzer in den Sortierprozess können potenzielle Schwierigkeiten und Missverständnisse in der Kategorisierung frühzeitig erkannt und behoben werden. Dies spart Zeit und Ressourcen, da Probleme nicht erst nach dem Launch der Website oder Anwendung behoben werden müssen.

Durch den Einsatz von Card Sorting wird die Struktur digitaler Produkte klarer und nutzerfreundlicher. UX-Designer profitieren von den tiefen Einblicken in die Denkweise der Nutzer, was ihnen ermöglicht, Produkte zu entwickeln, die intuitiv zu bedienen sind und eine positive Nutzererfahrung bieten.

Wie funktioniert Card Sorting?

Card Sorting ist eine praktische Methode, die in wenigen Schritten durchgeführt werden kann. Hier erfährst du, wie du ein Card Sorting-Projekt von Anfang bis Ende erfolgreich planst und durchführst.

 

Vorbereitung

Der erste Schritt bei der Durchführung eines Card Sortings besteht in der Vorbereitung. Zunächst solltest du die Ziele deines Projekts klar definieren. Möchtest du eine neue Informationsarchitektur entwickeln oder eine bestehende überprüfen?

Entscheide dich dann, ob du offenes oder geschlossenes Card Sorting verwenden möchtest. Wenn du eine Hierarchie vorgegeben hast und es darum geht, die Begriffe in diese Struktur einzusortieren, eignet sich geschlossenes Card Sorting. Wenn du hingegen eine völlig neue Struktur entwickeln möchtest, ist offenes Card Sorting aufschlussreicher, da es die Denkweise der Nutzer offenlegt.

Erstelle eine Liste von Begriffen oder Inhalten, die sortiert werden sollen. Diese Begriffe sollten repräsentativ für die Inhalte deiner Website oder Anwendung sein.

 

Teilnehmerauswahl

Die Auswahl der richtigen Teilnehmer ist entscheidend für den Erfolg deines Card Sortings. Wähle eine repräsentative Gruppe aus deiner Zielgruppe, um sicherzustellen, dass die Ergebnisse relevant und aussagekräftig sind. Du solltest mindestens fünf Teilnehmer einplanen, idealerweise jedoch zwischen 10 und 15. Wenn es dein Budget und deine Ressourcen zulassen, sind mehr Teilnehmer natürlich besser, da dies die Aussagekraft der Ergebnisse erhöht.

 

Durchführung

Es gibt zwei Hauptmethoden zur Durchführung von Card Sorting: physisch und digital.

  • Physisches Card Sorting: Die Teilnehmer erhalten physische Karten, die sie auf einem Tisch oder einer anderen Oberfläche anordnen. Diese Methode ist besonders nützlich, wenn du direkten Kontakt mit den Teilnehmern hast und ihre Reaktionen und Gedankenprozesse beobachten möchtest. Es ist hilfreich, wenn die Teilnehmer die Methode des „lauten Denkens“ verwenden, um ihre Gedanken während des Sortierens verbal auszudrücken.
  • Digitales Card Sorting: Die Teilnehmer verwenden Online-Tools, um die Karten zu sortieren. Dies ermöglicht eine einfache Durchführung auch mit Teilnehmern, die sich an unterschiedlichen Orten befinden. Beliebte Tools für digitales Card Sorting sind beispielsweise OptimalSort, xSort und UserZoom. Alternativ können günstigere Tools wie Miro oder FigJam verwendet werden, die jedoch keine integrierten Analysemöglichkeiten bieten. Auch hier sollte die Methode des „lauten Denkens“ angewendet werden, um tiefere Einblicke in die Denkweise der Nutzer zu gewinnen.

 

Analyse

Nach der Durchführung des Card Sortings folgt die Analyse der Ergebnisse. Sammle die Daten und suche nach Mustern und Gemeinsamkeiten in den Gruppierungen. Diese Muster geben Aufschluss darüber, wie Nutzer Informationen strukturieren und welche Kategorien für sie sinnvoll sind. Mithilfe von Analysetools und Software kannst du die Daten visualisieren und interpretieren.

Abschließend solltest du konkrete Handlungsempfehlungen aus den Ergebnissen ableiten. Diese Empfehlungen helfen dir, fundierte Entscheidungen über die Gestaltung der Informationsarchitektur zu treffen und die Struktur deiner Website oder Anwendung optimal an die Bedürfnisse der Nutzer anzupassen.

Fazit

Card Sorting ist eine wertvolle Methode im UX-Design, die dabei hilft, die Struktur und Benutzerfreundlichkeit von Websites und Anwendungen zu optimieren. Durch das Einbeziehen der Nutzer in den Prozess des Kategorisierens von Inhalten erhält man tiefere Einblicke in ihre Denkweise und kann die Informationsarchitektur entsprechend gestalten.

Indem man entscheidet, ob offenes oder geschlossenes Card Sorting verwendet wird, und sorgfältig Teilnehmer auswählt, stellt man sicher, dass die Ergebnisse repräsentativ und aussagekräftig sind. Die Durchführung kann sowohl physisch als auch digital erfolgen, wobei digitale Tools wie OptimalSort, xSort, UserZoom sowie kostengünstigere Alternativen wie Miro oder FigJam genutzt werden können.

Eine gründliche Analyse der sortierten Karten liefert wertvolle Erkenntnisse, die in konkrete Handlungsempfehlungen münden sollten. Diese Empfehlungen helfen dabei, die Struktur so anzupassen, dass sie den Erwartungen und Bedürfnissen der Nutzer entspricht.

Durch den Einsatz von Card Sorting wird die Struktur digitaler Produkte klarer und nutzerfreundlicher. UX-Designer profitieren von den tiefen Einblicken in die Denkweise der Nutzer, was ihnen ermöglicht, Produkte zu entwickeln, die intuitiv zu bedienen sind und eine positive Nutzererfahrung bieten.

Dieser Inhalt wurde mit Unterstützung der Technologien ChatGPT-4 und DALL·E von OpenAI sowie Midjourney und DeepL erstellt. Der überwiegende Teil der redaktionellen Arbeit stammt jedoch von unserem Team, um Authentizität und Fachwissen zu gewährleisten.