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title: "Microcopy"
url: "https://insideuxdesign.com/de/glossar/microcopy"
language: "de"
description: "Was ist Microcopy? Einfach erklärt mit Beispiel und Praxistipps. Erfahre, wie kurze Texte auf Buttons und in Fehlermeldungen Abbrüche verhindern."
published: "2026-10-14T09:50:32+02:00"
updated: "2026-10-14T13:01:27+02:00"
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# Microcopy

Microcopy sind die kurzen Texte in einer Oberfläche, etwa Button-Beschriftungen, Hinweise und Fehlermeldungen. Sie beantworten Fragen genau in dem Moment, in dem sie entstehen.

- **Buchstabe:** M

UX-Glossar

# Microcopy

Microcopy sind die kurzen Texte in einer Oberfläche, etwa Button-Beschriftungen, Hinweise und Fehlermeldungen. Sie beantworten Fragen genau in dem Moment, in dem sie entstehen.

Stell dir vor, du willst dich bei einem Online-Shop registrieren. Du tippst ein Passwort ein und bekommst die Meldung „Ungültige Eingabe“. Was ist falsch? Zu kurz? Ein Sonderzeichen zu viel? Nach dem dritten Versuch schließt du den Tab.

Hätte unter dem Feld ein kurzer Satz gestanden wie „Mindestens 8 Zeichen, davon eine Zahl“, wärst du in zehn Sekunden fertig gewesen. Genau solche kleinen Texte nennt man Microcopy.

## Einfach erklärt

Microcopy sind die kurzen Texte in einer Oberfläche: Beschriftungen von Buttons, Hinweise unter Formularfeldern, Platzhalter, Fehlermeldungen, Bestätigungen oder der Satz auf einer leeren Seite. Oft sind es nur ein paar Wörter. Trotzdem entscheiden sie mit darüber, ob Menschen ihr Ziel erreichen.

Im Alltag kennst du das von Beschilderung: Ein Schild „Ausgang“ mit Pfeil hilft dir mehr als eine schöne Wandfarbe. Microcopy ist die Beschilderung einer App oder Website. Sie steht genau dort, wo eine Frage entsteht, und beantwortet sie.

Als Ursprung des Begriffs wird häufig ein Blogartikel des Designers Joshua Porter von 2009 genannt. Porter beschreibt sinngemäß, dass Microcopy klein, aber wirkungsvoll ist, weil sie im Kontext steht und eine konkrete Frage im richtigen Moment beantwortet. Sein Beispiel: In einem Bestellformular scheiterten viele Zahlungen, weil Menschen eine andere Adresse eingaben als die, die bei ihrer Kreditkarte hinterlegt war. Ein einziger Hinweis über dem Formular hat diese Fehler laut Porter beseitigt.

## Wo Microcopy den Unterschied macht

**Buttons** sollten sagen, was passiert: „Konto erstellen“ statt „Weiter“, „Zahlungspflichtig bestellen“ statt „OK“. **Fehlermeldungen** erklären laut Nielsen Norman Group am besten in einfacher Sprache, was genau schiefging und wie man es behebt, ohne den Menschen die Schuld zu geben. Wörter wie „ungültig“ oder „falsch“ wirken schnell wie ein Vorwurf. **Hinweise** nehmen Unsicherheit, bevor sie entsteht, etwa „Wir geben deine Nummer nicht weiter“ neben dem Telefonfeld.

Gute Microcopy senkt die [kognitive Belastung](https://insideuxdesign.com/de/glossar/cognitive-load): Wer nicht raten muss, braucht weniger Denkarbeit. Wie das in Formularen konkret aussieht, zeigt der Artikel [Formulare, die niemand abbricht: 12 Regeln für bessere Formular-UX](https://insideuxdesign.com/de/blog/formulare-die-niemand-abbricht-12-regeln-fuer-bessere-formular-ux).

## Ein Beispiel

Vorher steht unter einem Newsletter-Formular nur ein Button „Senden“. Nach dem Klick erscheint „Erfolgreich“. Viele fragen sich, ob sie jetzt angemeldet sind oder noch etwas tun müssen.

Nachher heißt der Button „Newsletter abonnieren“. Darunter steht „Einmal im Monat, jederzeit abbestellbar“. Nach dem Klick: „Fast geschafft. Bitte bestätige den Link in deinem Postfach.“ Drei kurze Sätze, und die offenen Fragen sind beantwortet.

## In der Praxis

- **Die Aktion benennen.** Beschrifte Buttons mit dem, was danach passiert. Ein Verb plus Objekt funktioniert fast immer.
- **Fehler lösen statt melden.** Sag, was fehlt und wie es weitergeht. Behalte bereits eingegebene Daten, damit niemand von vorn anfangen muss.
- **Ehrlich bleiben.** Microcopy darf freundlich sein, aber nicht manipulieren. Formulierungen, die Menschen ein schlechtes Gewissen machen, gehören zu den [Dark Patterns](https://insideuxdesign.com/de/glossar/dark-patterns).

## Verwandte Begriffe

[Cognitive Load](https://insideuxdesign.com/de/glossar/cognitive-load), [Dark Patterns](https://insideuxdesign.com/de/glossar/dark-patterns), [Onboarding](https://insideuxdesign.com/de/glossar/onboarding), [Design System](https://insideuxdesign.com/de/glossar/design-system)

## Quellen

- [Joshua Porter: Writing Microcopy. Bokardo, 2009](https://bokardo.com/archives/writing-microcopy/)
- [Tim Neusesser, Evan Sunwall: Error-Message Guidelines. Nielsen Norman Group, 2023](https://www.nngroup.com/articles/error-message-guidelines/)

## Weitere Begriffe

 [  ### A/B-Test

Ein A/B-Test ist ein Experiment, bei dem zwei Varianten einer Seite oder eines Elements gleichzeitig an zufällig aufgeteilte Besuchende ausgespielt werden. So entscheidest du anhand echter Daten, welche Variante besser funktioniert.

 ](https://insideuxdesign.com/de/glossar/a-b-test) [  ### ARIA

ARIA ist ein W3C-Standard, der HTML um Rollen, Zustände und Eigenschaften ergänzt. So erfahren Screenreader, was ein Element ist und wie es sich gerade verhält.

 ](https://insideuxdesign.com/de/glossar/aria) [  ### Affordance

Eine Affordance beschreibt, welche Handlung ein Objekt möglich macht und ob Menschen das erkennen: Ein Button lädt zum Drücken ein, ein Griff zum Ziehen.

 ](https://insideuxdesign.com/de/glossar/affordance) [  ### Alternativtext

Ein Alternativtext ist eine kurze Textfassung eines Bildes im HTML-Attribut alt. Screenreader lesen ihn vor, damit Menschen, die das Bild nicht sehen, dieselbe Information bekommen.

 ](https://insideuxdesign.com/de/glossar/alternativtext) [  ### Arbeitsgedächtnis

Das Arbeitsgedächtnis hält Informationen für kurze Zeit fest, damit du mit ihnen arbeiten kannst. Es fasst nur wenig, deshalb sollten Interfaces möglichst wenig Merkarbeit verlangen.

 ](https://insideuxdesign.com/de/glossar/arbeitsgedaechtnis) [  ### Atomic Design

Atomic Design ist eine Methode, Benutzeroberflächen aus kleinen, wiederverwendbaren Bausteinen aufzubauen: von einzelnen Elementen wie Buttons bis zu ganzen Seiten.

 ](https://insideuxdesign.com/de/glossar/atomic-design) [  ### BFSG

Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) verpflichtet seit dem 28. Juni 2025 viele Unternehmen, bestimmte Produkte und digitale Dienstleistungen wie Onlineshops barrierefrei zu gestalten.

 ](https://insideuxdesign.com/de/glossar/bfsg) [  ### Barrierefreiheit

Barrierefreiheit bedeutet, dass Websites, Apps und digitale Dokumente so gestaltet sind, dass alle Menschen sie nutzen können, auch mit einer Seh-, Hör-, motorischen oder kognitiven Behinderung.

 ](https://insideuxdesign.com/de/glossar/barrierefreiheit) [  ### Card Sorting

Card Sorting ist eine Research-Methode, bei der Menschen Begriffe auf Karten in Gruppen sortieren. So siehst du, wie sie Inhalte gedanklich ordnen, und kannst eine verständliche Navigation planen.

 ](https://insideuxdesign.com/de/glossar/card-sorting) [  ### Cognitive Load

Cognitive Load ist die geistige Anstrengung, die nötig ist, um eine Oberfläche zu verstehen und zu bedienen. Je weniger unnötige Denkarbeit ein Design verlangt, desto leichter fällt die eigentliche Aufgabe.

 ](https://insideuxdesign.com/de/glossar/cognitive-load) [  ### Contextual Inquiry

Contextual Inquiry ist eine Research-Methode, bei der du Menschen in ihrem echten Arbeitsumfeld beobachtest und befragst. So siehst du, wie sie Aufgaben tatsächlich erledigen, nicht nur, wie sie davon erzählen.

 ](https://insideuxdesign.com/de/glossar/contextual-inquiry) [  ### Conversion

Eine Conversion ist eine gewünschte Aktion auf einer Website oder in einer App, etwa ein Kauf oder eine Anmeldung. Die Conversion Rate zeigt, welcher Anteil der Besuche dazu führt.

 ](https://insideuxdesign.com/de/glossar/conversion)
