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title: "Information Scent"
url: "https://insideuxdesign.com/de/glossar/information-scent"
language: "de"
description: "Was bedeutet Information Scent? Einfach erklärt mit Herkunft, Beispiel und Praxistipps. Lies, wie klare Linktexte Menschen sicher ans Ziel führen."
published: "2026-10-14T15:19:56+02:00"
updated: "2026-10-14T15:19:56+02:00"
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# Information Scent

Information Scent beschreibt, wie gut Menschen anhand von Hinweisen wie Linktexten einschätzen können, ob ein Klick sie zu dem führt, was sie suchen.

- **Buchstabe:** I
- **Englischer Begriff:** Information Scent

UX-Glossar · engl. Information Scent

# Information Scent

Information Scent beschreibt, wie gut Menschen anhand von Hinweisen wie Linktexten einschätzen können, ob ein Klick sie zu dem führt, was sie suchen.

Stell dir vor, du willst auf der Website deiner Stadtverwaltung herausfinden, wie du einen neuen Personalausweis beantragst. Im Menü stehen „Bürgerservice“, „Leben in der Stadt“ und „Rathaus aktuell“. Alles könnte passen, nichts passt eindeutig. Du klickst auf gut Glück, landest bei Veranstaltungshinweisen und gehst zurück. Nach dem dritten Fehlversuch suchst du lieber bei Google.

Was hier fehlt, ist eine gute Fährte.

## Einfach erklärt

Information Scent (auf Deutsch etwa „Informationsfährte“) beschreibt, wie gut Menschen anhand von Hinweisen einschätzen können, ob ein Link oder eine Seite sie zu dem führt, was sie suchen. Der Vergleich kommt aus der Tierwelt: Ein Tier folgt der Witterung von Futter. Menschen folgen auf Websites Hinweisen wie Linktexten, Überschriften und Bildern. Wird die Spur stärker, gehen sie weiter. Wird sie schwächer, kehren sie um oder geben auf.

Der Begriff stammt aus der Information Foraging Theory, auf Deutsch etwa Theorie der Informationssuche nach dem Vorbild der Nahrungssuche. Peter Pirolli und Stuart Card entwickelten sie in den 1990er-Jahren am Forschungszentrum PARC in Palo Alto. Sie übertrugen Modelle aus der Verhaltensbiologie, die beschreiben, wie Tiere Aufwand und Ertrag bei der Futtersuche abwägen, auf die Suche nach Informationen. 1999 veröffentlichten sie die Theorie in der Fachzeitschrift Psychological Review.

## Woraus die Fährte besteht

Die Nielsen Norman Group beschreibt Information Scent sinngemäß als die Einschätzung, wie viel Nutzen eine Quelle bringen wird. Diese Einschätzung speist sich aus zwei Dingen. Erstens aus dem, was Menschen sehen: Linktext, kurze Beschreibung daneben, Bilder und das Umfeld auf der Seite. Zweitens aus dem, was sie schon wissen: Erfahrungen mit einer Marke, Fachwissen oder Empfehlungen von anderen.

Wichtig: Die Fährte ist immer relativ zum Ziel. Ein Link „Tarife“ riecht stark für jemanden, der Preise vergleichen will, und schwach für jemanden, der eine Störung melden möchte. Außerdem ist sie nur eine Schätzung. Sie kann in die Irre führen, und genau dann entstehen Frust und Abbrüche.

Eng damit verbunden ist die [Informationsarchitektur](https://insideuxdesign.com/de/glossar/informationsarchitektur). Sie entscheidet, welche Begriffe überhaupt in Menüs und auf Übersichtsseiten auftauchen. Mehr dazu im Artikel [Einführung in die Informationsarchitektur](https://insideuxdesign.com/de/blog/einfuehrung-in-die-informationsarchitektur).

## Ein Beispiel

Zurück zur Stadtverwaltung, als Beispiel für eine Überarbeitung. Vorher: drei vage Menüpunkte, die alles und nichts versprechen. Nachher: Das Team prüft mit einem [Tree Testing](https://insideuxdesign.com/de/glossar/tree-testing), unter welchen Begriffen Menschen ihre Anliegen erwarten. Ein Bereich heißt nun „Ausweise, Pässe und Meldewesen“, darunter stehen die häufigsten Anliegen als kurze Liste. Die Zielseite trägt oben direkt die Überschrift „Personalausweis beantragen“. Wer klickt, sieht sofort: Hier bin ich richtig.

## In der Praxis

- **Schreib Linktexte, die das Ziel beschreiben.** „Mehr erfahren“ oder interne Produktnamen geben keine Fährte. Begriffe aus der Sprache deiner Zielgruppe schon.
- **Bestätige die Fährte auf der Zielseite.** Überschrift und erster Bildschirm sollten das Versprechen des Links aufgreifen. Sonst zweifeln Menschen und kehren um.
- **Verzichte auf Clickbait.** Reißerische Teaser bringen kurzfristig Klicks. Wer sich getäuscht fühlt, vertraut den nächsten Links aber weniger.

## Verwandte Begriffe

[Informationsarchitektur](https://insideuxdesign.com/de/glossar/informationsarchitektur), [Tree Testing](https://insideuxdesign.com/de/glossar/tree-testing), [Card Sorting](https://insideuxdesign.com/de/glossar/card-sorting), [UX Writing](https://insideuxdesign.com/de/glossar/ux-writing)

## Quellen

- [Peter Pirolli und Stuart Card: Information Foraging. Psychological Review 106 (4), 1999](https://doi.org/10.1037/0033-295X.106.4.643)
- [Raluca Budiu: Information Scent: How Users Decide Where to Go Next. Nielsen Norman Group, 2020](https://www.nngroup.com/articles/information-scent/)

## Weitere Begriffe

 [  ### A/B-Test

Ein A/B-Test ist ein Experiment, bei dem zwei Varianten einer Seite oder eines Elements gleichzeitig an zufällig aufgeteilte Besuchende ausgespielt werden. So entscheidest du anhand echter Daten, welche Variante besser funktioniert.

 ](https://insideuxdesign.com/de/glossar/a-b-test) [  ### ARIA

ARIA ist ein W3C-Standard, der HTML um Rollen, Zustände und Eigenschaften ergänzt. So erfahren Screenreader, was ein Element ist und wie es sich gerade verhält.

 ](https://insideuxdesign.com/de/glossar/aria) [  ### Affordance

Eine Affordance beschreibt, welche Handlung ein Objekt möglich macht und ob Menschen das erkennen: Ein Button lädt zum Drücken ein, ein Griff zum Ziehen.

 ](https://insideuxdesign.com/de/glossar/affordance) [  ### Alternativtext

Ein Alternativtext ist eine kurze Textfassung eines Bildes im HTML-Attribut alt. Screenreader lesen ihn vor, damit Menschen, die das Bild nicht sehen, dieselbe Information bekommen.

 ](https://insideuxdesign.com/de/glossar/alternativtext) [  ### Arbeitsgedächtnis

Das Arbeitsgedächtnis hält Informationen für kurze Zeit fest, damit du mit ihnen arbeiten kannst. Es fasst nur wenig, deshalb sollten Interfaces möglichst wenig Merkarbeit verlangen.

 ](https://insideuxdesign.com/de/glossar/arbeitsgedaechtnis) [  ### Atomic Design

Atomic Design ist eine Methode, Benutzeroberflächen aus kleinen, wiederverwendbaren Bausteinen aufzubauen: von einzelnen Elementen wie Buttons bis zu ganzen Seiten.

 ](https://insideuxdesign.com/de/glossar/atomic-design) [  ### BFSG

Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) verpflichtet seit dem 28. Juni 2025 viele Unternehmen, bestimmte Produkte und digitale Dienstleistungen wie Onlineshops barrierefrei zu gestalten.

 ](https://insideuxdesign.com/de/glossar/bfsg) [  ### Barrierefreiheit

Barrierefreiheit bedeutet, dass Websites, Apps und digitale Dokumente so gestaltet sind, dass alle Menschen sie nutzen können, auch mit einer Seh-, Hör-, motorischen oder kognitiven Behinderung.

 ](https://insideuxdesign.com/de/glossar/barrierefreiheit) [  ### Card Sorting

Card Sorting ist eine Research-Methode, bei der Menschen Begriffe auf Karten in Gruppen sortieren. So siehst du, wie sie Inhalte gedanklich ordnen, und kannst eine verständliche Navigation planen.

 ](https://insideuxdesign.com/de/glossar/card-sorting) [  ### Cognitive Load

Cognitive Load ist die geistige Anstrengung, die nötig ist, um eine Oberfläche zu verstehen und zu bedienen. Je weniger unnötige Denkarbeit ein Design verlangt, desto leichter fällt die eigentliche Aufgabe.

 ](https://insideuxdesign.com/de/glossar/cognitive-load) [  ### Contextual Inquiry

Contextual Inquiry ist eine Research-Methode, bei der du Menschen in ihrem echten Arbeitsumfeld beobachtest und befragst. So siehst du, wie sie Aufgaben tatsächlich erledigen, nicht nur, wie sie davon erzählen.

 ](https://insideuxdesign.com/de/glossar/contextual-inquiry) [  ### Conversion

Eine Conversion ist eine gewünschte Aktion auf einer Website oder in einer App, etwa ein Kauf oder eine Anmeldung. Die Conversion Rate zeigt, welcher Anteil der Besuche dazu führt.

 ](https://insideuxdesign.com/de/glossar/conversion)
